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Corona-Retrospektive im LFC

Wie lange ist das eigentlich her? Erst zweieinhalb Jahre?
Es fühlt sich viel länger an – und doch ist alles noch sehr präsent. Die drei Corona-Jahre sind einerseits zum Greifen nah, nach dem Motto: „Weißt du noch…?“, und gleichzeitig wirken sie wie ein seltsamer Traum aus einer anderen Zeit. Maskenpflicht beim Einkaufen, leere Straßen, abgesagte Veranstaltungen, geschlossene Restaurants – das alles war plötzlich Alltag.

Für den LFC war die rettende Idee in dieser Zeit: Online-Videositzungen. Jeden Dienstagabend traf man sich per Skype. Die Mitglieder luden schon vorab ihre Videos auf YouTube hoch – oder ließen sie hochladen – und verschickten die Links in der Runde. So konnten alle gleichzeitig die gleichen Filme ansehen und danach gemeinsam darüber sprechen.
Organisation und Koordination verantwortete in der Coronazeit Klaus Menzer. Nach den Skype-Abenden wurden die Filme auf YouTube und VIMEO auf die LFC-HP verlinkt und so vielen Besuchern zugänglich gemacht.

Coronagruß
Das erste Thema lautete: „Erstellt einen Coronagruß“ – eine kleine Botschaft an die Vereinsmitglieder. Zeigt, was ihr gerade macht, wie ihr euch die Zeit vertreibt.

Und es kam einiges zusammen.

Volker Drittel werkelt an seinem Wohnwagen – der leider coronabedingt nicht zum Einsatz kommt. Ute und ihr Fero genießen den riesigen Garten. Reza baut eine Pergola – ideal für die Arbeit und das Feierabendbier. Waltraut hat sich einen ordentlichen Bücherstapel vorgenommen.

 

Eiergeschichten
Beim Thema „Eiergeschichten“ wurde es kreativ – und auch ein bisschen schräg. Wie kocht man ein Ei richtig? Wachsweich? Ralf Swirsky lässt uns beim Aufklopfen ins Innere schauen – eine filmisch außergewöhnliche Perspektive. Die Salzkörner rieseln auf den Zuschauer! Mit seiner GoPro vermittelt er dem Zuschauer einen Blick aus dem geöffneten Frühstücksei auf den Esser.

Volker Drittel lässt das Ei sehr lange kochen bis das Wasser verdampft ist. Das Ei wird so hart, dass man Bohrmaschine und Hammer braucht, um es zu knacken! Der Autor hat nach dem Auslöffeln noch Betonstaub um den Mund.

Horst Geyer setzt das Thema in ein Wortspiel um: Ein Spiegelei, das langsam den Spiegel herunterrinnt – Traum oder Wirklichkeit? Selbst das glattrasierte Kinn bringt ihm keine Erleuchtung…

 

Hände
Hans Scheck filmt einen Eisverkäufer, der leere und gefüllte Waffeln wie beim Hütchenspiel hin- und herjongliert – zur Belustigung seiner Kunden.

In einem Film wundert sich der Autor Werner Schick zu Beginn über eine kleine Schnecke, die es ganz nach oben in die Sträucher der Johannisbeeren geschafft hat. Die Johannisbeeren werden dann von ihm geerntet und zu einem leckeren Träublseskuchen verarbeitet.

Heidi Ritter dokumentiert den Alltag einer Schulsekretärin: Termine, Telefonate, Listen – alles läuft über ihre Hände. Ein echter Balanceakt zwischen Papierstapeln und Anrufen..


Gleiches Material, viele Geschichten
Im Jahr 2021 stellte Frank Melchert Videomaterial aus seinen Reisen nach Polen, Estland und Lettland zur Verfügung – darunter der Berg der Kreuze, die Burg Rundāle und die Wasserburg Trakaj. Den Vereinsmitgliedern wurde die Aufgabe gestellt: Erzählt eure eigene Geschichte mit diesen Bildern.

Ute konzentriert sich auf die Störche, die lautstark auf dem Schlossdach klappern.
Werner Schick nimmt sich die Schafe und den Berg der Kreuze vor und unterlegt seine Geschichte mit spannenden Recherchen.
Waltraut erfindet die Sage der edlen Elvira, die durch das Schloss geistert und ahnungslose Besucher in den Keller lockt…

 

Freie Projekte
Neben den gemeinsamen Themen entstanden auch freie Projekte, die über die Skype-Runde gezeigt wurden.

Heidi und Waltraut führen ein unterhaltsames Streitgespräch darüber, welche Farbe zu Weihnachten besser passt – rot oder weiß. Die beiden Autorinnen erinnern sich noch gut an die logistische Herausforderung, die Requisiten an zwei verschiedenen Drehorten identisch zu gestalten. Klaus Menzer präsentierte „Nur für wenige Wochen“ – ein Naturfilm über Bartmeisen am Federsee und deren wechselndes Fressverhalten im Jahresverlauf. Volkers Beitrag zeigt ein Oldtimer-Treffen in Sinsheim – mit Originalen, also den Besitzern ihrer liebevoll gepflegten Trucks, MACKs und Daimlers. Frank und Angela liefern den Kurzfilm „Help“, in dem Angela nach einem Fahrradplatten ein einsames Haus betritt, in den Keller geht und…

Hartmut Schiefelbein dokumentiert während einer ‚CORONA-Führung‘ mit dem Smartphone die Räumlichkeiten des Schlosses Favorite mit ihren unterschiedlichen Architektur-Stilen. Reza Shakory ging mit seiner Drohne in die Umgebung seines Wohnorts und zeigt von oben die Schönheiten seiner Heimat.

Das letzte Werk stammte von Siegfried Zittinger: „Die Farben des Sommers“ – ein impressionistischer Film, der mit Sommerblumen und stimmungsvoller Musik pure Emotionen weckt.

Was bleibt?
Aus der Coronazeit ist vieles geblieben: kontaktloses Bezahlen, mehr Disziplin und Abstand in der Warteschlange – und natürlich der routinierte Umgang mit Online-Videokonferenzen.

Wir alle haben in dieser Zeit viel gelernt.

Einige der Filme hatten die Qualität, bei Wettbewerben erfolgreich mitzumischen – aber genauso wichtig war: Die Mitglieder hatten Freude daran, Filme zu machen und sie gemeinsam anzuschauen.

Waltraut / Klaus

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