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„Wasser ‒ in allen seinen Formen“

Die Mitglieder des Ludwigsburger Filmclubs e.V. präsentierten am 9. Dezember fünfzehn Kurzfilme zu ihrem Jahresthema „Wasser“. Gezeigt wurden unterschiedliche Perspektiven auf Wasser – mal ernst und informativ, mal literarisch oder mit einem Augenzwinkern.
Bereits der Trailer zeigt, um was es bei dem Jahresthema geht: Ob flüssig als Wasser, gefroren als Eis, als heißer Dampf oder wolkige Formationen – Wasser begegnet uns in vielfältiger Gestalt. Wasser ist Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tiere. Es ist unverzichtbar für unsere Ernährung, für die tägliche Hygiene und für viele Freizeitaktivitäten. Wasser dient als Energiequelle, Transportmedium und Rohstoff.

Auf der Nordsee
Hartmut Schiefelbein zeigte einen Ausschnitt aus seinem Film „Sørlandet“ von 1991. Auf diesem Segelschulschiff verbrachte er mit seinen Schülern einige Tage auf der Nordsee: Er kletterte dabei sogar auf das Erste Eselshaupt, dem Verbindungselement eines Segelbootmastes, um das Schiff – bei Wind und heftigem Wellengang – von oben zu filmen. Ein beeindruckendes Werk über die Naturgewalten der See.
Wasser zum Waschen
Günther Hofmanns Film „Wasser“ erläutert zunächst mit wissenschaftlichen Beschreibungen die Eigenschaften des Elements und geht anschließend zu dessen praktischer Verwendung im Alltag über. Für die musikalische Untermalung nutzt der Film­autor den alten Schlager der Peheiros aus dem Jahr 1956: „Wasser ist zum Waschen da…“.
Auch Volker Drittel greift diesen alten Schlager auf und illustriert in seinem Film „Wasser ist zum Waschen da“ den Liedtext entsprechend mit Filmclips. Der Hit zählt viele Gelegenheiten auf, bei denen Wasser außer zum Waschen benötigt wird: zum Kühlen des Motors, das Kamel braucht Wasser, die Feuerwehr, ein Paddelboot und manches mehr.
Ungewöhnliche Regatta
Von Volker Drittel, Heidi Ritter und dem LFC-Team stammt der Film „Kürbisregatta 2014“ –  eine ungewöhnliche Regatta auf dem kleinen Schlossgartensee im Blühenden Barock. Die Teilnehmer nehmen in ausgehöhlten Riesenkürbissen Platz und paddeln wackelig – ohne Kiel – dem Ziel entgegen. So mancher landet dabei unfreiwillig im Wasser. Vor der prächtigen Kulisse des Ludwigsburger Residenzschlosses ist dieser Wettbewerb ein sichtbarer Spaß für Teilnehmer und Zuschauer gleichermaßen.
Perspektiven auf den Niagara
Der Niagarafluss führt gewaltige Wassermassen, er zählt zum wasserreichsten Fluss der Erde. Mit seinem Film „Niagara-Falls“ vermittelt Karl-Heinz Fischer eindrucksvoll diese Dimensionen. Gemeinsam mit seiner Frau Carmen besuchte er 2005 die Wasserfälle und filmte das Naturereignis aus verschiedenen Per­spek­tiven: von der Promenade zwischen Rainbow Bridge und Table Rock, hinter dem Wasservorhang im Tunnel und auf einer Bootstour mit der „Maid of the Mist“. Der Zuschauer erlebt immer wieder andere Perspektiven und unterschiedliche Geräuschkulissen.
Literarisch untermaltes Wasser
Mit dem Gedicht von Goethe „Gesang der Geister über den Wassern“ kommentiert Horst Geyer seine Impressionen – dunkle Regenwolken, ein weiter Blick über ein wolkenverhangenes Tal, ein regennasser Berggipfel mit Gipfelkreuz, Wasserfälle und Gebirgsbäche – und spiegelt damit eindrucksvoll die Zeilen aus dem Gedicht: „Seele des Menschen, wie gleichst du dem Wasser. Schicksal des Menschen, wie gleichst du dem Wind.“
Der personifizierte Strom
Ein Gastbeitrag kam von Dirk Hartkopf. In „Der Strom“ personifiziert er die Spree, während sie durch Berlin fließt; sie erzählt von der ursprünglichen Landschaft, von der Architektur, der Geschichte, der aktuellen Bedeutung der Stadt, begleitet von einer passenden Musik – ein beeindruckender Ansatz für eine filmische Erzählung.
Eine abenteuerliche Flussfahrt
Lothar Czakan hatte 1976 eine „Flußfahrt auf dem Pagsanjan River“ unternommen, einem Fluss auf den Philippinen. Seine Aufnahmen zeigen, wie das kleine Boot mit den Touristen von den Bootsführern mit außerordentlicher Geschicklichkeit, nur mit Paddeln und ihren Füßen, durch enge Schluchten und Stromschnellen manövriert wird.
Farbspiel am Himmel
Heidi Ritter filmt den Himmel „Über den Dächern“ und fängt dabei das faszinierende Formen- und Farbenspiel der Wolken ein. Das Licht webt malerische Szenen, spielt mit Schattierungen und zarten Farbtönen. Angetan von dieser flüchtigen Schönheit, versucht sie, das Schauspiel mit Wasser, Pinsel und Papier als Aquarell festzuhalten.
Impressionen aus dem Teufelsmoor
Frank und Angela Melchert steuern beeindruckende Impressionen aus dem „Teufelsmoor“ nördlich von Bremen bei. Die Eindrücke werden durch eine kleine Geschichte ergänzt, die Informationen über den früheren Torfabbau liefert. Angela stapft als Protagonistin durch den Morast und am Ende streunt ein einsamer Wolf durchs Bild – begleitet von Wolfsgeheul. Der bedrohliche Name dieser Landschaft wird atmosphärisch stimmig umgesetzt.
Die Surfer-Weltmeisterschaft
Der Film „Action“ von Siegfried Zittinger zeigt eine Surfer-Weltmeisterschaft auf Fuerteventura, untermalt von dynamischer Musik. Die außergewöhnlichen Windbedingungen der Insel ermöglichen beeindruckende Leistungen der Surfer. Siegi beweist wieder einmal sein Können im Filmschnitt und im Blick für starke Perspektiven.
Flüsterndes Wasser
Reza Shakory war 2023 in Singapur und zeigt die nächtliche Stadt mit den vielen tausend Lichtern der Schiffe, Hochhäuser, Brücken, Straßen. „Wo das Wasser flüstert“ präsentiert diese Lichterwelt aus der Perspektive einer Bootsfahrt – und dazu flüstert der Fluss ganz leise.
Gletscher in Alaska
Waltraut Kruse war im Juli 2022 auf einer Kreuzfahrt vor Alaska; das Schiff steuerte auch in die Icy Bay ein, in der 2015 eine gewaltige Geröllmasse den Berg herabstürzte und einen riesigen Tsunami in der Bucht auslöste – Spuren sind davon noch zu sehen, aber „Glücklicherweise war niemand dabei“.
Orcas im Gefängnis und im Meer
In dem Film „Deine Freiheit wünschte ich dir“ zeigt Klaus Menzer Ausschnitte einer Showveranstaltung, bei der Orcas antrainierte Kunststücke vorführen müssen. In der zweiten Filmhälfte kontrastiert er die in schwarz-weißen gehaltenen Aufnahmen gekonnt mit Aufnahmen aus dem natürlichen Lebensraum der Tiere. Der Konjunktiv im Titel verweist auf die traurige Tatsache der lebenslangen Gefangenschaft der Tiere.

 

Waltraut Kruse
Ludwigsburger Filmclub

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