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Generationen im Dialog: Filmabend im Clansman


Das Motto des Abends

Am 18. Januar 2026 wurde das Pub The Clansman ab 17 Uhr zum Treffpunkt für Filmschaffende und Filmbegeisterte mehrerer Generationen. Der Filmabend stand unter dem Motto „all ages – all genders – all genres“ und wurde organisiert vom Ludwigsburger Filmclub, der Jugendfilm-Szene und The Clansman. In entspannter Atmosphäre präsentierten und moderierten Marcel von der Jugendfilmszene und Waltraut vom Ludwigsburger Filmclub  eine Auswahl an Kurzfilmen.

Die gezeigten Werke boten leise, nachdenkliche Momente ebenso wie humorvolle und berührende Geschichten. Unterschiedliche Themen, Erzählweisen und ästhetische Zugänge machten sichtbar, wie vielfältig filmische Perspektiven heute sein können. Besonders spannend war dabei das Aufeinandertreffen digitaler Selbstverständlichkeit der jüngeren Generation – der digital Natives – auf die analoge Herkunft der älteren Filmschaffenden – ein Kontrast, der nicht trennte, sondern bereicherte.

Die Filme des Abends

Schon der erste Film „Outside“ von Rocco Moreno eröffnet einen Einblick in die veränderte Erlebniswelt der jungen Filmemacher. Die ältere Generation wuchs in einer Zeit wirtschaftlichen Wachstums auf, geprägt von Zukunftsoptimismus, gesellschaftlichem Aufbruch und dem Abbau anmaßender Autoritäten. Die heutige Jugend hingegen wird durch Schlagzeilen und soziale Medien täglich mit Schreckensmeldungen aus Politik, Klima und Wirtschaft konfrontiert, begleitet von sich zuspitzenden Gewaltandrohungen – und das in einem Alter, in dem sich die grundlegende Weltsicht formt. Der Film wirkt beinahe apokalyptisch: Im Zentrum steht ein junger Mann, der sowohl körperlich als auch psychisch schwer gezeichnet ist, und die Welt draußen durch eine Jalousie misstrauisch beobachtet.

Von Frank und Angela Melchert stammt die Dokumentation „Dackelrennen“ – ein Rennen, das  Mensch und Hund weitgehen gemeinsam ausrichten. Die Intention für beide ist: „Spaß haben“. Es ist ein eingespieltes Duo: Frank filmt, geht auch in die Hocke, um den Hunden auf Augenhöhe zu begegnen und Angela interviewt die Zuschauer.

Autonomie“ von Waltraut Kruse will zeigen, was bleibt vom eigenen Willen, wenn Apps Entscheidungen treffen? Ein kurzer Animationsfilm über moderne Technik, digitale Kontrolle und die Frage: Wie autonom sind wir wirklich, wenn seelenlose Programme mitbestimmen?  

Von Volker Drittel und dem LFC-Team ist die Dokumentation vom Aufbau des „Größten mobilen Riesenrads“ auf der Bärenwiese aus dem Jahr 2022. Vom LFC waren recht viele Mitglieder beteiligt, der Aufbau ging über eine ganze Woche und jeden Tag waren mehrere LFC-Mitglieder dabei.

„Fragezeichen“ von Johannes Ross: zeigt Interviews von jungen Leuten mit den Nachkommen von Zeitzeugen zu Grafeneck; Widerstand in der NS-Zeit, Diskriminierung von Juden. Die Interviewten berichten sehr emotional von Ihren Kindheitserinnerungen. Ein sehr wichtiger Beitrag in der heutigen Zeit.

In „Grünflächen“ von Noah Bösel begegnen sich eine junge Frau und ein Gärtner auf dem Friedhof. Die Frau trauert um ihren Vater, der Gärtner möchte seine Arbeit erledigen. Das Bedürfnis nach Stille trifft auf den Lärm eines Laubbläsers, der Wunsch nach Ordnung trifft auf vermeintliche Unordnung.

„Jasmin“ von Reza Shakory zeigt die Entwicklung einer jungen Frau auf ihrem Weg zur Marathonläuferin; die Frau verarbeitet damit auch traumatische Erlebnisse.

„Long time no see“ von Tom Krug und dem LFC-Team ist ein Musikfilm mit der Geschichte eines jungen Mannes, der im Streit von zuhause ausreißt und sich nach Jahren wieder mit seiner Mutter trifft.

„Forgive us for our sin and cos“, von Paulina Reineke: die Animation zeigt ein kleines Mädchen, das einen Dämon heraufbeschwört, damit er ihr bei den Mathe-Hausaufgaben hilft. Daran verzweifelt der Dämon und das Mädchen muss ihn trösten. Am nächsten Tag begutachtet die Lehrerin die Aufgabe und stellt fest, dass die Seiten voller Brandspuren und Kritzeleien mit Lösungsversuchen des Dämons sind.

Ausblick

„Man muss einfach mal etwas wagen – und dann mit dem Feedback arbeiten“, kommentierte ein Zuschauer den Abend – „etwa mit einer Wiederholung des Events im Frühsommer oder Herbst!“

Waltraut Kruse

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