Erstens kommt es anders….
Das Vorhaben war, ein Abendkonzert mit dem Trio Rio de la Plata in der Alten Kelter in Tamm aufzunehmen. Ein Plan wurde erstellt, jedes Detail wurde vorbereitet. Welche Kamera soll wo stehen? Welche ist für die Totale, welche steht vor und welche auf der Bühne? Wer von den LFClern soll welche Kamera führen?
Da es sich um eine musikalische Aufführung handelte, musste der Ton im Mittelpunkt stehen. Entsprechend vollgepackt war mein Kofferraum. Jedes Instrument sollte das bestmögliche Mikrofon bekommen –Klavier, Bandoneon und Violine.
… und zweitens als man denkt
Alles kam ganz anders! Der „Facility Manager“ des Hauses war gleichzeitig PA-Manager – und damit für die Planung, den Aufbau, die Einrichtung und den Betrieb der Beschallungsanlage verantwortlich, um sicherzustellen, dass der Ton für das Publikum klar, kraftvoll und in der gewünschten Qualität übertragen wird.
Und er hatte bereits alles vorbereitet. Zwei Mikrofone steckten mit ihren empfindlichen Membranen im offenen Klavier. Zwei spezielle Instrumentenmikrofone waren links und rechts am Bandoneon montiert, um Zug- und Druckbewegungen getrennt abzunehmen. Die Violine war ohnehin mit einem Aufsteckmikro ausgestattet.
Ein Tontechniker im FOH (Front of House, verantwortlich für die Saalakustik) führte den Soundcheck durch – ein sehr netter Mensch, der uns großzügig den Ausgang seines Mischpults anbot.
Damit war klar: Dieser professionelle Tonabnahme konnten und mussten wir nicht gegenhalten. Das Thema Ton war somit schon geklärt. Wir nutzten den Stereosignal-Ausgang direkt vom Mischpult. Zusätzlich nahmen wir noch die Saalatmosphäre mit einer Kamera auf. Wieder einmal zeigte sich: Wir LFCler sind flexibel und passen uns auch unerwarteten Situationen schnell an.
Also konzentrierten wir uns auf das Bild; immerhin waren sechs Kameras im Einsatz. Der Schnitt wird spannend – sechs Timelines wollen zu einem Video verarbeitet werden.
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Volker Drittel


