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„Wo kann man diese Filme eigentlich sehen?“

Bei der Kulturehrung der Stadt Ludwigsburg im Juli wurden drei Filmautoren des Ludwigsburger Filmclubs für ihre Erfolge bei Filmwettbewerben gewürdigt. Im Anschluss wurden die Autoren mehrfach gefragt, wo diese Filme zu sehen sind. Deshalb hatte der Ludwigsburger Filmclub für den 22. September 2026 zu einem besonderen Filmabend in seine Clubräume eingeladen.

Besonders gefreut haben sich die Mitglieder des Clubs über den Besuch von Dr. Alke Hollwedel, stellvertretende Fachbereichsleiterin Kunst und Kultur, Jasmin Riechers und Anne-Rose Kusterer vom Organisationsteam der Kulturehrung, sowie Daniela Raab aus dem Projektbüro. Sie wollten die ausgezeichneten Filme sehen, aber auch erfahren, was hinter ihrer Entstehung steckt und wie im Filmclub gearbeitet wird.

Die ausgezeichneten Filme

Den Auftakt machte „Kranichrast“ von Klaus Menzer. Der Film erläutert den Kranichzug und zeigt Kraniche im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, darunter Balzrituale und die Fütterung der Jungtiere, beobachtet aus einem Fotoansitz. Nach dem Film erzählte Klaus von den langen Stunden im Ansitz: vom frühen Morgen bei Dunkelheit bis zum späten Abend – ebenfalls in der Dunkelheit – musste er dort ausharren. Seine Faszination für die Kraniche liegt in ihrer Größe, ihrem Erscheinungsbild und den eindrucksvollen Flugformationen – vor allem aber in den langen Wegstrecken, die sie jährlich zurücklegen.

Anschließend war „Schachmatt“ von Reza Shakory zu sehen. Der Minutenfilm zeigt mit trockenem Humor, wie man ganz geschickt an Geld kommen kann – und zwar in einer einzigen Einstellung – der Film wurde ohne einen einzigen Schnitt gedreht. Reza gab Einblicke in die ungewöhnliche Herausforderung. Für die Aufnahmen musste er drei Eierhorden für jeweils 30 Hühnereier besorgen und transportieren; ein ziemlich unhandliches und schweres Gebilde, das man nicht einfach am Henkel nehmen oder unter dem Arm tragen kann.

Der letzte der drei Filme war „Autonomie“ von Waltraut Kruse; er zeigt, wie der Mensch sein Leben, seinen Alltag mit Hilfe der Technik verbessern und erleichtern kann. Aber gibt er damit nicht auch ein Stück seiner Unabhängigkeit auf? Für einen Animationsfilm braucht es weder Kamera noch Handy noch ein anderes Aufnahmegerät. Die Bilder entstehen vollständig am Computer. Waltraut hat dafür eine Animationssoftware eingesetzt, mit der sie zuvor noch nicht gearbeitet hatte. Ausgerechnet ein Film über den Einfluss der Technik entstand also selbst erst durch das Erlernen neuer Technik.

Drei Filme, drei völlig unterschiedliche Themen und Herangehensweisen

Naturbeobachtung und Geduld, eine ungewöhnliche Geschichte mit besonderen Requisiten und schließlich ein Animationsfilm, der ganz ohne Kamera entstanden ist. Jeder Film trägt die persönliche Handschrift seines Autors. Diese Vielfalt macht die Filmarbeit im Club aus: unterschiedliche Genres, unterschiedliche Erzählformen und ganz individuelle Interessen und Schwerpunkte.

Nach jedem Film wurde deshalb nicht nur über das Ergebnis gesprochen, sondern auch über den Weg dorthin: über die Motivation für das Thema, die Dauer der Produktion, besondere Umstände und die Probleme, die während der Arbeit gelöst werden mussten.

Bonusfilme

Das zeigten anschließend auch zwei Bonusfilme. Der 13-minütige Film „Ein Riesenrad wird aufgebaut – der CityStar in Ludwigsburg“ schildert den Aufbau des Riesenrads in Ludwigsburg im Jahr 2022; die Gemeinschaftsproduktion eines LFC-Teams unter Leitung von Volker Drittel. Der zweite Bonusfilm, „Helen and Klaus with the Lumberjack BigBand“ von 2013, entstand ebenfalls als Gemeinschaftsproduktion und dokumentiert einen Musikakt von Helen Schneider und Klaus Doldinger mit der Lumberjack BigBand in der Stadthalle Göppingen.

Zwei ganz unterschiedliche Projekte, aber beide zeigen, was gemeinsames Filmemachen im Filmclub bedeutet: Ideen entwickeln, Aufgaben verteilen, Technik organisieren –gemeinsam ein Projekt stemmen, das allein nicht zu bewältigen wäre.

Fazit

Für die Gäste aus der Stadtverwaltung wurde deutlich, wie viel Arbeit, Ideen und persönliches Engagement hinter den fertigen Filmen stehen. Der Abend bot damit mehr als die Vorführung dreier ausgezeichneter Filme: Er gab Einblicke in ihre Entstehung und zeigte, dass im Ludwigsburger Filmclub sowohl individuelle Filmprojekte als auch gemeinschaftliche Produktionen entstehen.

Frau Hollwedel würdigte die Arbeit des Clubs und machte Mut, diesen Weg weiterzugehen. Wenn der Filmclub so weitermache, sei sie für seine weitere Entwicklung äußerst optimistisch.

Waltraut Kruse / 23. Sept. 2026

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